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Hundert Jahre und ein Buch –

Gelterkindens Fussball im Rückspiegel

Trouvaille an Trouvaille reiht sich in Ernst Drolls Chronik «100 Jahre FC Gelterkinden» aneinander. Droll belegt darin, Fussball ist weit mehr als Champions League. Fussball ist ein Stück Gelterkinden.

Das Jubiläumsjahr des FC Gelterkinden neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag konnte er ein letztes Glanzlicht setzen: Die Vereinschronik von Ernst Droll wurde anlässlich einer Vernissage im Gelterkinder Allmend-Markt vorgestellt. «Das lebende Archiv», wie Präsident Georges Fuhrer den 65-jährigen Droll in seiner Laudatio nannte, hatte mehr als zwei Jahre Arbeit in die 328 Seiten gesteckt.
«Es hätten auch noch 100 Seiten mehr werden können», sagte Droll. Damit spricht er an, was ihm die Arbeit erleichterte: «Der FC Gelterkinden ist glücklicherweise ein sehr gut dokumentierter Verein.» Nur wenige Unterlagen sind seit der Gründung 1909 verloren gegangen. Die wichtigsten lagern inzwischen im Keller von Ernst Droll.
So trocken der Titel «100 Jahre FC Gelterkinden» klingen mag, so süffig ist letztlich der historische Lesestoff ausgefallen. Die Chronik orientiert sich zwar am Fussballgeschehen in Gelterkinden, lässt aber auch die Sitten und Gebräuche vergangener Zeiten nochmals aufleben. Beispielsweise durch einen Leserbrief in der «Volksstimme» aus den 1920er-Jahren, in dem über den nackten Oberkörper eines Spielers im Training geklagt wird.

Highlights aus dem Jubiläumsjahr
Dass der FC Gelterkinden seine Chronik zum Jubiläum erst jetzt präsentierte, hat seinen Grund. Damit war es Ernst Droll möglich, die Highlights im Jubiläumsjahr noch zwischen die Buchdeckel zu bringen. Auch das Jubiläumsspiel gegen den FC Basel vom 13. Oktober findet Platz darin. Oliver Klaus, heutiger FC Basel-Torhüter und ehemaliger Junior im FC Gelterkinden, liess es sich nicht nehmen, sein Exemplar gleich an der Vernissage abzuholen.
Gedruckt wurden die 800 Exemplare in saftiggrünem Hardcover von der Birkhäuser+GBC in Reinach. «Ich glaube, es ist das dickste Jubiläumsbuch eines Fussballklubs geworden, das wir je gedruckt haben», sagte Marcel Häsler aus der Unternehmensleitung von Birkhäuser+GBC. Häsler hatte das Fussball-ABC selbst im FC Gelterkinden gelernt.
Viel Überraschendes hat Ernst Droll zusammengetragen. Zum Schluss der Vernissage sollte auch er selbst noch überrascht werden. Fritz Sommer, einer seiner Weggefährten, überreichte ihm eine Fotomontage, in der wichtige Persönlichkeiten aus der Vereinsgeschichte noch einmal auftraten. Natürlich durften Beat «Bitsch» Sutter, Frank Mangold oder Roger Schreiber darauf nicht fehlen. Für einmal war Ernst Droll nicht «das lebende Archiv», sondern einfach nur gerührt.

 

Ernst und Vreny Droll

Ernst und Vreny Droll stellten an der Vernissage anlässlich des Gelterkinder Gewerbesonntags die Jubiläumschronik vor.
Bild Daniel Aenishänslin

 

 

NACHGEFRAGT

«Ein Kind von mir»

 

Ernst Droll (65) war Spiko-Sekretär, Kassier und Präsident des FC Gelterkinden. Jetzt ist er auch sein Chronist. Droll über Lagerbestände und Emotionen.

«Volksstimme»: Über die Fotomontage, die Sie als Geschenk erhielten, haben Sie sich offensichtlich sehr gefreut. Was ist das Spezielle an ihr?
Ernst Droll:
Darauf sind natürlich Spieler zu sehen, die für den Verein stehen. Gleichzeitig symbolisieren sie aber auch Epochen. Da kommen Erinnerungen hoch. Ein tolles Geschenk, das mir viel bedeutet.

Wie muss man sich Ihr Archiv vorstellen?
Das sind viele Dinge wie etwa Zeitungsartikel aus der «Volksstimme», die ich über Jahre hinweg gesammelt habe. Zudem habe ich weiteres Material zusammengetragen. Der halbe Keller ist voll mit Material über den FC Gelterkinden, rund 15 Laufmeter Ordner stehen da. Das Buch ist nun erschienen, ich habe aber immer noch viel Archivmaterial zu sortieren.

Was bedeutet Ihnen diese Chronik?
Erst einmal habe ich einfach Freude, dass sie nun fertig geworden ist. Aber sicher, man kann schon sagen, sie ist ein Kind von mir.
da.



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